Akademievorlesung 2019

Schwarzes Loch
Heino Falcke über „Das erste Bild eines Schwarzen Lochs“

Schwarze Löcher sind extreme Massenkonzentrationen mit einer so starken Anziehungskraft, dass nicht einmal Licht entweichen kann. Sie werden durch einen Ereignishorizont, eine Art virtuelle Einwegmembran, umgeben. Durch diese ultimative Grenze können Materie, Licht und Informationen hinein, aber nie wieder hinauskommen. Dieser Informationsverlust ist Teil der Relativitätstheorie, steht aber im großen Widerspruch zu grundlegenden Prinzipien der Quantenphysik. Gibt es einen solchen Ereignishorizont wirklich? Wie wirkt er sich auf das Umgebungslicht und die ihn umkreisende Materie aus? Kann man ein schwarzes Loch sehen und wie sieht es wirklich aus? Diese Fragen lassen sich nur teilweise beantworten. Kürzlich gelang es, mit dem weltumspannenden Event-Horizon-Telescope- Experiment das erste Bild eines Schwarzen Lochs aufzunehmen. Das Bild aus dem Zentralgebiet der Radiogalaxie M87 zeigt einen hellen Ring, der einen dunklen Schatten umgibt. Simulationen und Beobachtungen zusammen unterstützen die Auffassung, dass wir in den Abgrund des Ereignishorizonts eines supermassiven Schwarzen Lochs blicken. Der Vortrag wird die neuesten Resultate des Event-Horizon-Teleskopes, deren wissenschaftlichen Implikationen und zukünftige Erweiterungen des Arrays vorstellen.

Heino Falcke ist Professor für Radioastronomie an der Radboud Universität in Nimwegen, Niederlande. Er ist Vorsitzender des Wissenschaftsrates des Event-Horizon-Teleskopes, Mitglied der königlich-niederländischen Akademie für Kunst und Wissenschaft, Träger der königlichen Auszeichnung Ritter im Orden des niederländischen Löwen und Träger des Spinoza-Preises, dem höchstdotierten Wissenschaftspreis der Niederlande.

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