Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften trauert um Prof. Dr. rer. nat. Hilbert von Löhneysen

Ordentliches Mitglied der Akademie seit 2001

Prof. Dr. rer. nat. Hilbert von Löhneysen († 28. April 2026)

Im Alter von 79 Jahren verstarb Prof. Dr. Hilbert von Löhneysen am 28. April 2026. Er war drei Jahrzehnte lang, von 1986 bis 2016, Professor für Physik am Physikalischen Institut der Universität Karlsruhe, des heutigen KIT. 

Nach seinem Physikstudium an der Universität Göttingen wurde Hilbert von Löhneysen 1976 an der Universität zu Köln promoviert. Nach einer Postdoc-Stelle am Labor für Tieftemperaturphysik des CNRS in Grenoble habilitierte er sich schließlich 1981 in Aachen und wurde dort Privatdozent und Lehrstuhlvertreter. Ab 1986 war er Universitätsprofessor an der Universität Karlsruhe (heute KIT). Zusätzlich zu seiner Lehr- und Forschungstätigkeit wirkte Hilbert von Löhneysen zwischen 1992 und 1994 als Dekan der Fakultät für Physik der Universität Karlsruhe und engagierte sich zwischen 2000 und 2016 als Leiter des Instituts für Festkörperphysik am KIT. Seine Forschungsschwerpunkte umfassten vor allem stark korrelierte Elektronensysteme, neuartige magnetische Quantenphasenübergänge und metallische Nanostrukturen. Ein besonderer Erfolg für ihn und sein Forschungsteam lag in der Messung des Stromflusses durch einzelne Moleküle. Er prägte über Jahrzehnte die Forschungslandschaft der experimentellen Festkörperphysik, für die er national und international ein hohes Maß an Bekanntheit und Anerkennung erreichte. 

Bereits 1983 erhielt Hilbert von Löhneysen für seine wissenschaftliche Arbeit den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis. 2011 wurde er mit dem Hector Wissenschaftspreis ausgezeichnet und damit Teil der Hector Fellow Academy. Er war ab 2001 zudem ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie ab 2006 Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Zwischen 2006 und 2012 war Hilbert von Löhneysen außerdem Mitglied des Wissenschaftsrats und von 2010 bis 2012 Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission.