Politische Vernunft versus Gottesgemeinschaft? Der Reformator Johannes Brenz als Politikberater

Brenz
"WIR FORSCHEN. FÜR SIE." [Teil 3]

15. Juli 2020

Vortrag: Theresa Möke, M.A. (Heidelberg)

Ort:Vortragssaal der Heidelberger Akademie der Wissenschaften

Beginn: 18:15

 

Dass Fürsten „regiren sollen nach dem wort Gottes, nit nach aigner vernunfft“ schreibt der württembergische Theologe Johannes Brenz (1499-1570) und macht dies zum erklärten Ziel seines politischen Wirkens. Als junger Heidelberger Student begegnete er 1518 Martin Luther, begeisterte sich sofort für dessen Thesen und „brennt“ seither für die Reformation, die er im Südwesten des Reiches schon bald entscheidend mitgestaltet. Als politischer Denker und Politikberater erwirbt sich der Theologe dabei ein ausgesprochen markantes Profil. Von protestantisch gesinnten Fürsten um Rat gebeten, erarbeitet Brenz im Rekurs auf biblische Traditionen neue Ideen und Konzepte zur Gestaltung guter Herrschaft.

Auf Grundlage der im Akademie-Projekt „Theologenbriefwechsel“ ab 2017 neu erschlossenen Quellen leuchtet der Vortrag aus, wie sehr Brenz das Politische prägte und welche Normen und Werte er zur Ausgestaltung guter Herrschaft formulierte.

Zur Person: Theresa Möke, M.A. studierte Geschichte und Politikwissenschaft in München, Durham, Venedig, Heidelberg und Paris. Seit 2017 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstelle „Theologenbriefwechsel im Südwesten des Reiches, 1550-1620“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Das Projekt erfasst den kompletten Briefwechsel aller führenden Theologen Württembergs, der Kurpfalz und Straßburgs in einer Datenbank.

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