Walter-Witzenmann-Preis

Preisträger 2020

 

Stille

 

Der Preis geht in diesem Jahr an den Islamwissenschaftler Max Stille, der sich in seiner Arbeit „Islamic Sermons and Public Piety in Bangladesh: The Poetics of Popular Preaching“ dem wenig erforschten Thema islamischer Volkspredigten in Bangladesch aus verschiedenen disziplinarischen Richtungen nähert. Die Institution der sogenannten „waz mahfils“ erfreut sich insbesondere in den sozial schwachen Bevölkerungsschichten Bangladeschs großer Beliebtheit und stellt einen wichtigen politischen Einfluss dar, wird jedoch bislang häufig als islamistische Propaganda wahrgenommen und daher von akademischer Seite gemieden. Stille plädiert in seiner Arbeit für eine weitergehende Betrachtung der verschiedenen religiösen, sozialen und poetischen Ebenen dieser Predigtform, nicht zuletzt auch als Partizipationspraxis der arbeitenden Klassen.

Max Stille ist seit 2018 „Group Leader“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin sowie assoziiertes Mitglied am Heidelberg Centre for Transcultural Studies der Universität Heidelberg.

Die bisherigen Preisträger finden Sie hier.

Wer hat den Preis gestiftet?

Angesichts der wachsenden Bedeutung kulturwissenschaftlicher Forschung in unserer Zeit wurde der Preis von Dr. Walter Witzenmann und durch die Witzenmann GmbH Pforzheim
im Jahr 1997 zur Förderung des kulturwissenschaftlichen Nachwuchses im Land Baden-Württemberg gestiftet.

Für wen und für was?

Prämiert werden wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich der Kulturwissenschaften, die von einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut des Landes Baden-Württemberg als wissenschaftliche Leistung angenommen und in den jeweils vergangenen zwei Jahren publiziert oder zur Publikation eingereicht wurden. Die vorgeschlagenen Forscherinnen und Forscher sollten nicht älter als 35 Jahre sein. Sind mehrere Autorinnen oder Autoren an der ausgezeichneten Arbeit maßgeblich beteiligt, so kann der Preis diesen zu gleichen Teilen zugesprochen werden.

Wer darf vorschlagen?

  • alle Mitglieder der Philosophisch-historischen Klasse
  • Eigenbewerbungen sind ausgeschlossen

Dotierung

Jährlich verliehener Preis von 6.000 €.

Einzureichende Unterlagen

Nominierungsschreiben, Lebenslauf und Publikationsliste des oder der Nominierten, zu prämierende Arbeit und dazugehörige Gutachten. Bei elektronischer Einreichung bitte als eine PDF-Datei versenden.